Teil 2: Ausblick auf den Instandhaltungspreis 2026: Nachhaltige Lösungen
Wer gewinnt den Instandhaltungspreis 2026? Und welche Bedeutung wird die Nachhaltigkeit bei den nominierten Lösungen haben, die ab dem 14. September zur Abstimmung bereitstehen? Ein Blick auf zwei Projekte, die für den Instandhaltungspreis 2025 nominiert waren, zeigt vorbildlich nachhaltige Innovationen, beide entwickelt von führenden Dienstleistern der industriellen Instandhaltung.
Nachhaltigkeit und Instandhaltung passen schon grundsätzlich gut zusammen. Schließlich geht es der Instandhaltung darum, Maschinen und Anlagen möglichst lange am Leben zu erhalten. Das spart Ressourcen und verringert den Aufwand für Entsorgung und Recycling, weil die Anlagen erst später „zum alten Eisen“ geschickt und durch neue ersetzt werden.
Genau genommen: Der CO2-Fußabdruck von Instandhaltungsmaßnahmen
Allein diese Absicht reicht natürlich nicht aus. Die einzelnen Maßnahmen der Instandhaltung sollten selbst auch nachhaltig sein – dazu später mehr. Und der positive Effekt sollte am besten auch messbar sein, zumal die CO2-Bilanzierung, schrittweise je nach Unternehmensgröße eingeführt, künftig ein Muss ist.
Die von der EU geforderte CO2-Bilanzierung gemäß der CSRD-Richtlinie ist ein durchaus komplexes Unterfangen, bei dem auch die Emissionen von Anlagen erfasst werden. Nicht erfasst hingegen wird das, was bei einer normenkonformen CO2-Bilanzierung auch zu berücksichtigen ist: ein Ziel und eine Strategie zur Senkung dieser Emissionen.
Ein „Tracker“ für die Nachhaltigkeit – nicht nur als Momentaufnahme
Genau das ermöglicht der von Bilfinger entwickelte „CO2 Sustain Tracker“. Dieses Tool bewertet gezielt die Einspar- und Optimierungspotenziale, die sich durch die Wahl der optimalen Instandhaltungsstrategie ergeben. Es zeigt also Wege auf, die CO2-Bilanz durch kluge Instandhaltung zu senken – dieser positive Effekt wird als „CO₂-Handprint“ bezeichnet.
Möglich wird diese Betrachtung, weil sie den gesamten Lebenszyklus einer Maschine und Anlage berücksichtigt: den Energieverbrauch und den damit verbundenen Kosten (inklusive länderspezifischer Faktoren), Material- und Ressourcenaufwand sowie das Anlagenalter. Und sie ermittelt nicht nur die Kosten und den CO2-Ausstoß bei der Umsetzung verschiedener Instandhaltungsmaßnahmen, sondern auch die jeweils zu erwartende Verfügbarkeit der Anlage.
Effekte von Instandhaltungsmaßnahmen können besser verglichen werden
So kann präzise dargestellt werden, welchen Einfluss eine Strategieänderung auf die CO₂-Emissionen, die Energieeinsparungen und die technische Verfügbarkeit beim Kunden hat. Die konkreten Ergebnisse werden übersichtlich als PDF ausgegeben. Ziel von Bilfinger ist es, künftig jedes Kundenangebot mit den relevanten KPIs zum CO₂-Handprint und zur Energieeffizienz zu bewerten und diese transparent zu kommunizieren. Dann erhält der Kunde klarere datenbasierte Entscheidungsgrundlagen, um Nachhaltigkeit und Effizienz gezielt in seine Instandhaltungsstrategie zu integrieren.
Saubere Bauteile – sauber erzeugt
Die WISAG Produktionsservice GmbH hat in ihrem Projekt für den Instandhaltungsprojekt das Thema Nachhaltigkeit ganz anders und ganz praktisch adressiert. Ein von ihr entwickeltes mobiles Laserverfahren führt dazu, dass Instandhaltungsmaßnahmen in der Industrie effizienter, flexibler und nachhaltiger gestaltet werden können.
Konkret: Wenn Verunreinigungen, Beschichtungen oder Oxidationen von Bauteilen abgetragen werden sollen, muss man sich nicht zwischen chemischen Verfahren und Strahlen entscheiden. Stattdessen kommt das kurzgepulste Laserstrahlen zum Einsatz. Dadurch wird im Vergleich zu herkömmlichen Reinigungsverfahren das Umfeld weniger verunreinigt, es entstehen weder Rückstände noch Sekundärabfälle und man muss auch keine Trocknungszeiten einkalkulieren. Außerdem kann das Verfahren auch im laufenden Fertigungsbetrieb genutzt werden. Und das Tüpfelchen auf dem i: Das System ist in ein vollelektrisches Transportfahrzeug integriert und deshalb vor Ort einsetzbar – bei geringen direkten CO2-Emissionen. Angesichts dieser Vorteile überrascht es nicht, dass die mobile Bauteilreinigung mit Kurzpulslaser für den Instandhaltungspreis 2025 nominiert wurde.
Wer gewinnt 2026? Auch Sie können entscheiden
Wer wird den Instandhaltungspreis 2026 gewinnen? Das haben auch Sie in der Hand. Ab dem 14.September werden die von einer unabhängigen Jury ausgewählten Projekte auf einer Homepage vorgestellt. Dort können Sie bis einschließlich zum 14. Oktober online abstimmen. Die Gewinner werden am 15. Oktober direkt auf der maintenance München ermittelt und ausgezeichnet.